Bundesweiter Ratschlag zum kostenfreien Nahverkehr

Am 2. Juni lädt die Initiative „Nahverkehr für alle“ in Kassel zum bundesweiten Ratschlag für fahrscheinfreien Nahverkehr ein.

“Nur die Andeutung einer Möglichkeit für kostenfreien Nahverkehr durch die Bundesregierung genügte um der Debatte um die Verkehrswende neuen Aufschwung zugeben. Leider diente sie eher dazu, Fahrverbote und eine Klage der EU zu vermeiden, als tatsächliche gesellschaftliche und ökologische Probleme zu lösen“ – so beurteilt Violetta Bock, eine Organisatorin des Ratschlags, die Situation. Schon die Maßnahmen des Dieselgipfels fielen deutlich zu Gunsten der Automobillobby aus, anstatt genau sie in die Pflicht zu nehmen und als Verursacher an den Kosten des gesellschaftlichen Umbaus zu beteiligen. Ganz im Gegenteil werden diese Konzerne und ihre Verbände weiter hofiert und geschützt. Seit Jahren wird der PKW- und LKW-Verkehr um ein Vielfaches höher subventioniert als der ÖPNV, Rad- und Fußverkehr.

Der kostenfreie Nahverkehr dagegen weist in die richtige Richtung, ist ökologisch und sozial die Speerspitze für eine tatsächliche Verkehrswende, die in der Bevölkerung breite Zustimmung findet. Viele werden auf Bus und Bahn umsteigen, sobald Fahrpreise gesenkt oder eben abgeschafft werden und die Netze entsprechend ausgebaut sind. Einzelne Kommunen zeigten sich bereits sehr aufgeschlossen, wenn die entsprechend notwendigen Investitionen in die Infrastruktur über Bundes- und Länderebene bereitgestellt werden.

Der Nulltarif garantiert allen Mobilität, saubere Luft, Schutz der Gesundheit, gerade in den Städten, und ist einer der logischen Schritte um die Folgen der Klimakatastrophe einzudämmen. Die Zeit ist reif, um Gas zu geben für eine echte Verkehrswende.

„Obwohl als alles dafür spricht, zeigen die bisherigen Vorschläge der Regierung, dass eine Verkehrswende von ihr nicht zu erwarten ist. Dennoch hat sie ein Möglichkeitsfenster geöffnet, das wir aufreißen werden, um frischen Wind in die Debatte zu bringen. Unser Ratschlag holt Experten zusammen – und nicht diejenigen, die der Autoindustrie hörig sind, sondern die Initiativen und Organisationen vor Ort, die sich seit Jahren für saubere Luft, das Recht auf Mobilität und Umweltschutz einsetzen,“ fasst Violetta Bock, das Ziel des Ratschlags zusammen.

Der Ratschlag am 2. Juni bietet von 12-18 Uhr dementsprechend einen Rahmen zum Austausch und zur Vernetzung für Initiativen, Organisationen und Interessierte, um eine Verkehrswende von unten zu stärken. Initiativen aus Hamburg, Bremen, Stuttgart, Tübingen und Gießen haben sich bereits angemeldet, um ihre Erfahrungen beizusteuern und gemeinsame Aktivitäten zu planen. Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin im Bundestag der Fraktion DIE LINKE, Winfried Wolf, Verkehrsexperte und Chefredakteur von Lunapark 21, und viele andere, werden helfen die Debatte um einen fahrscheinlosen ÖPNV in die Debatte zur Verkehrswende einzubetten.

Um Anmeldungen unter nahverkehr_fuer_alle@yahoo.de bis zum 20.05. wird gebeten.

 

Mehr als ein Stadtteiladen…

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