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Gemeinsam LAUT – Aktion am 30.09.20 vor dem Jobcenter Kassel!

Rückblick auf die Aktion: GEMEINSAM LAUT FÜR MENSCHENWÜRDIGE VERHÄLTNISSE!


  1. HNA-Interview mit Bettina Reß von der Solidarischen Erwerbsloseninitiative Kassel
  2. Brief an den Leiter des Jobcenter Kassel Christian Nübling
  3. Bericht der HNA zur Aktion
  4. Fotostrecke zu gemeinsam Laut für menschenwürdige Verhältnisse

HNA Interview geführt von Axel Schwarz

HNA-Betina-Ress-Interview – Vollständing lesbarer Artikel – Hier klicken


Folgendes Schreiben sollte dem Leiter des Jobcenters Kassel Christian Nübling übergeben werden. Der aber drückte sich und gab vor keine Zeit zu haben:

Sehr geehrter Herr Nübling,

sehr geehrte Chefs aller Jobcenter, Arbeitsagenturen, Sozialämter und Wohngeldstellen,

sehr geehrte Ministerinnen und Minister, Vorstände der Länder und Gemeinden,

Wir sind besorgt

Wir sind besorgt, weil die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht. Jedes vierte Kind in Kassel lebt in Armut. Während Corona wurden die Familien in den kleinen Wohnungen allein gelassen, die Ausgaben für Lebensmittel und Hygiene stiegen – trotz Mehrwertsteuersenkung. Mit Kindern in der Schule verschärft sich die soziale Spaltung, denn woher sollte man plötzlich Computer und Kopierer nehmen. Menschen mit geringem oder keinem Einkommen wurden im Stich gelassen. Es gab kein Unterstützungspaket.

Wir sind fassungslos

Auf diese Umstände und zusätzlichen Belastungen wurde keine Rücksicht genommen. Wir haben Briefe gesehen, in denen von Vermietern Mieterhöhungen angekündigt wurden und das Jobcenter zum Umzug auffordert. Eingliederungsvereinbarungen, in denen noch mehr und mehr Bewerbungen für prekäre Jobs gefordert werden, trotz Wirtschaftskrise. Mitteilungen, in denen Leistungen gekürzt werden, weil jemand wegen einem kranken Kind zu einer Maßnahme nicht pünktlich erschien, trotz Pandemie. Bescheide, die ein Leben in Würde nicht ermöglichen. Und immer wieder Schreiben, die noch mehr Unterlagen fordern, selbst wenn sie schon geschickt wurden – bis man endlich einen Bescheid erhält, bis endlich Geld überwiesen wird, was kaum zum Leben reicht. Immer wieder wird gefordert. Doch wenn man selbst eine Frage hat, ist die Tür verschlossen und die telefonische Warteschleife lang. Angst, Angst Briefe zu öffnen, in kaltem Bürokratendeutsch, Verzweiflung, schlaflose Nächte.

Wo ist die Würde

Aus unterschiedlichsten Gründen landen Menschen in diesem System und stecken zu schnell dort fest. In letzter Zeit sind uns viele Menschen, oft Frauen, begegnet, mit einer ähnlichen Geschichte. Sie haben ewig lang in Minijobs gearbeitet, die sich finanziell manchmal nur lohnen, weil sie vor der Sanktion bewahren. Sie haben sich ihre Körper kaputt gearbeitet, in der Pflege, in der Reinigung, als Kraftfahrer. Aber nicht das Unternehmen wird bestraft, wie es mit den Körpern der Angestellten umgeht, sondern der überlastete Rücken wird gekündigt und muss sich nun vor dem Amt bücken, alles offen legen. Wo ist ihr Anstand?

Wir sind wütend

Die Bundesregierung hat Menschen ohne Einkommen längst abgeschrieben. Die angekündigte Erhöhung des Regelsatz ab Januar für Alleinstehende beträgt gerade mal 14 Euro, für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren gibt es einen Euro mehr. Was will sie uns damit sagen?

Wir haben verstanden

Für uns ist das eine klare Botschaft. Sie haben keine Ahnung wie ein Leben mit Hartz IV, Grundsicherung oder AsylbLG ist; wie es ist, auf Sozialleistungen angewiesen zu sein, weil die Jobs nicht vorhanden oder zu schlecht bezahlt sind. Deswegen machen wir diese Aktion. Um das zu sagen.

Wir haben verstanden, dass die Kosten von Corona, der Wirtschaftskrise, der Klimakatastrophe auch auf unseren Rücken ausgetragen werden, wenn wir uns nicht wehren.

Und deswegen fordern wir heute:

-Genug Geld zum Leben: Erhöhung des Regelsatz
-Schluss mit der Schikane: Aussetzen aller Sanktionen
-Menschenwürdig leben heißt menschenwürdig wohnen: Übernahme der vollen Miete, Erhöhung der Kosten der Unterkunft
-Menschenwürdige Behandlung statt Diskriminierung

Kassel, 30.09.2020

Im Rahmen einer Aktion vor dem Jobcenter organisiert von Rothe Ecke e.V., Solidarische Erwerbsloseninitiative Kassel, Initiative Nahverkehr für alle, und unterstützt von DIE LINKE Kreisverband Kassel-Stadt und Ortsverband Kassel-Nord, Bedingungsloses Grundeinkommen Kassel, Solidarity City, Internationale Sozialistische Organisation


HNA-2020-10-01 – Vollständig lesbarer Artikel – Hier klicken


Fotos zu: Gemeinsam Laut für menschenwürdige Verhältnisse!

Gestern nun war es soweit, wir haben uns zusammen mit anderen Unterstützergruppen Luft gemacht über die unwürdigen Verhältnisse im Sozialleistungssystem!

Klein, aber fein war das für uns ein erster Aufschlag, um weitere Protestaktionen anzustossen und in Zukunft vermehrt sichtbar zu sein, um für bessere Verhältnisse für alle zu kämpfen!
Denn in der beginnenden Krise werden noch viele andere Menschen in diese Armutsfalle laufen und es wird nicht aufhören, wenn wir uns nicht dagegen wehren!

Es wurde im Vorfeld ein Brief an den Geschäftsführer des Jobcenters Kassel verfasst – dieser sollte eigentlich gestern überreicht werden. Nachdem der Geschäftsführer von uns vor etwas mehr als 2 Wochen schon eine Einladung dazu erhielt, hat er nun für gestern kurzfristig abgesagt, den Brief in Empfang zu nehmen.
Aber keine Angst, er wird diesen demnächst noch bekommen – in der einen oder anderen Art!

Infos wegen Corona

Liebe Freunde,

die Lage ist ernst, aber Panik hilft uns nicht weiter, sondern Solidarität. Es geht darum die Infektionskurve möglichst stark abzuflachen. Auch wenn ihr nicht in der Risikogruppe seid, sind es doch viele Freunde, Freunde von Freunden, Eltern, Großeltern, Kranke… Nun ist praktische Solidarität von jedem gefragt. Hier ein paar zusätzliche Vorschläge:

– Vernetzt euch mit den Nachbar*innen. Ihr solltet nicht in direkten Kontakt mit der Risikogruppe kommen, aber ein Aushang mit Telefonnummer im Hausflur wäre wichtig. Zeigt, dass ihr da seid und auch helfen könnt. Nehmt euch gern einen der Zettel für euer Haus mit.

– Bleibt so gut es geht einfach zu Hause. Lest die Bücher, die ihr immer schon mal lesen wolltet, schaut die Filme, die auf der Watchlist sind, geht spazieren und hört euch Konzerte an.

– Achtet im Internet auf die Quellen. Es ist viel Mist unterwegs und sind viele Falschinformationen, Im Springer-Verlag meist sehr schreckliche Bilder – die nur Panik erzeugen. Informiert euch lieber beim Robert-Koch-Institut – das sind Profis.

– Versucht ruhig zu bleiben und wenn ihr ruhig seid, beruhigt andere. Panik ist ebenfalls ansteckend und blockiert rationales vernünftiges Handeln.

Für die Rothe Ecke gilt:

-auch wir setzen aus soweit wie möglich

-wir bemühen uns Foodsharing weiter stattfinden zu lassen unter Beachtung aller Hygieneregelungen,: Mi, 18:30;  So, 10:00

Die Ausgabe findet vor der Tür statt. Kommt also bitte nicht rein sondern wartet auf die Ausgabe

-für die Sozialberatung am ersten Freitag im Monat suchen wir noch nach einer Lösung auf telefonische Beratung umzustellen. Wir informieren über fcebook und Schaufenster

-Kontaktiert uns bei Fragen über facebook.com/RotheEcke oder info@rothe-ecke.de

-bei der Bildungsreihe am Donnerstag stellen wir soviel wie möglich auf online um

Wellenreiter/innen – Rothe-Ecke-Delegation im Stadtmuseum!

Wellenreiter/innen, zum ersten

Rothe-Ecke-Delegation im Stadtmuseum

Vier Frauen und vier Männer machten sich am Samstag, den 8.Februar, nachmittags auf zu einer Reise in die (teilweise auch eigene) Vergangenheit. Die 80er Jahre standen auf dem Programm. Und dieses Jahrzehnt spielt eine besondere Rolle, legt mensch das Modell der „langen Wellen des Kapitalismus“ zugrunde.

Dieses Konzept besagt, dass sich die Geschichte des Kapitalismus in verschiedene Phasen einteilen lässt, denen jeweils besondere Produktionsverhältnisse und damit auch besondere Klassen- und Gesellschaftsformen zugeordnet werden können. Für Deutschland skizzierten wir

  • die Phase der konkurrenzkapitalistischen Frühindustrialisierung von etwa 1820 – 1860 mit dem Leitsektor Textilindustrie und einer atomisierten Arbeiterklasse, oft noch in der ersten Generation,
  • die Phase der (teil-)monopolisierten Hochindustrialisierung 1860 – 1920 mit dem Leitsektor Schwerindustrie und einer zunehmend organisierten, qualifizierten Facharbeiterklasse,
  • die „fordistische“ Phase von 1920 – 1980 (!!!) mit dem Leitsektor Automobilindustrie und einer in Sozialpartnerschaft befriedeten Massenarbeiterschaft,
  • und seither eine noch namenlose „postfordistische“ Phase mit dem Leitsektor Datenverarbeitung, in der Ausstellung durch einen Industrieroboter und neue Kommunikationstechnologien repräsentiert, und einer individualisierten Arbeiterschaft.

In diesem Modell waren die 80er Jahre „das letzte Jahrzehnt der alten Bundesrepublik“, weil nicht nur die politische Landschaft sich grundlegend änderte, sondern auch bisherige Produktionsweisen und soziale Verhältnisse weitgehend umgestaltet wurden. Denken wir nur an die weitgehende Abschaffung des Sozialstaates, die prekären Arbeitsverhältnisse und die „schlanke Produktion“.

Nach gut zwei Stunden war es genug und wir gingen zum Waffelessen.

Wellenreiter/innen, zum zweiten

Rothe Ecke prüft die Wirtschaftskonjunktur

Im Rahmen der Bildungsreihe beschäftigten wir uns am Donnerstag, den 20.2.2020 mit dem Verlauf der Konjunkturkurve der kapitalistischen Wirtschaft. Hier einige Kerninhalte des Seminars:

Ein Konjunkturaufschwung ist gekennzeichnet durch relativ hohe Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes (gemessen in der Summe aller Preise für Waren und Dienstleistungen). Die Kapitalisten finden also günstige Marktverhältnisse vor, erzielen gute Preise und damit einen hohen Gewinn, weshalb die Gewinne in weiteren Produktionsausbau reinvestiert werden (marxistisch gesprochen: es wird neues Kapital akkumuliert, d.h. angehäuft).

Dies führt auf dem Höhepunkt der Konjunkturkurve zu einer Überproduktion (der eine Überakkumulation, ein zu großer Kapitalstock zugrunde liegt): Die Summe aller Preise ist höher als die Summe der zahlungsfähigen Nachfrage. A>N, Angebot größer als Nachfrage.

In der Abschwungphase der Konjunktur wird nunmehr ein Teil des Kapitals vernichtet, bis die Nachfrage auf niedrigerem Niveau wieder größer ist als das Angebot. A<N, Angebot kleiner als Nachfrage. Diese Vernichtung geschieht u.a. durch Preissenkungen (ein Verkauf unter den Herstellungskosten führt zur Kapitalverringerung), durch zeitweise Stillegung von Produktionsanlagen, die dann nicht mehr als Kapital wirken, oder durch Konkurs, wodurch ein selbständiges Kapital verschwindet.

Natürlich gefällt es dem Kapital überhaupt nicht, zerstört zu werden. Deshalb versucht es – auch mit Hilfe des kapitalistischen Staates – , wirtschaftspolitisch gegenzusteuern. Dazu gibt es zwei Konzepte:

a) die sog. Angebotsorientierung.

Ziel ist es, „Belastungen“ der Angebotsseite zu reduzieren, um die Preissumme auf das Nachfrageniveau senken zu können, ohne auf Gewinne zu verzichten. Dazu gehören

  • Lohnsenkungen,
  • Senkung der Sozialabgaben (Lohnnebenkosten),
  • Flexibilisierung der Arbeitszeiten (Vermeidung von Lohnzuschlägen),
  • Leiharbeit (Aushebelung von Kündigungsschutz),
  • tarifliche Öffnungsklauseln (um unter Tarif bezahlen zu dürfen),
  • Reduktion von Umweltschutzauflagen,
  • Steuersenkungen.

b) die sog. Nachfrageorientierung.

Ziel ist es, die „Nachfragelücke“ durch eine zusätzliche, kreditfinanzierte staatliche Nachfrage zu schließen. Allerdings darf der Staat nur unproduktive Güter nachfragen, um das Überangebot durch eigene Geschäftstätigkeit nicht zu vergrößern. Sehr gut geeignet ist Rüstungsnachfrage, Straßen- oder Häuserbau, aber auch die sog. „Abwrackprämie“, die Frau Merkel 2013 den Autofahrer/inne/n gewährte.

Um die Nachfrage auch längerfristig zu stabilisieren, sieht das nachfrageorientierte Konzept auch eine Absicherung für lebensgeschichtliche Notfälle vor: Konsum- und Nachfragemöglichkeiten auch bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Alter durch entsprechende Versicherungen und ihre Leistungen.

Das Modell a) fand seine Ausprägung ursprünglich vorrangig in der FDP, das Modell b) ist typisch sozialdemokratisch und am umfassendsten in den skandinavischen Ländern nach dem Zweiten Weltkrieg realisiert worden. Heute geht es quer Beet: SPD und Grüne ziehen die Agenda 2010 mit Hartz IV, Riester-Rente, Leiharbeit usw. durch (also Angebotsorientierung), und Frau Merkel stopft Nachfragelücken (nachfrageorientiert) durch staatliche Ausgabenprogramme.

Welche Erfolgsaussichten haben diese wirtschaftspolitischen Konzepte?

Zu a): Angebotsorientierung muß die Binnennachfrage weiter senken, weil die Beschäftigten weniger verdienen. Dies lässt sich nur ausgleichen, wenn aufgrund der niedrigen Herstellungskosten Absatzgebiete im Ausland gefunden werden. Dieses Konzept ist daher auch Weltmarktorientierung und erfolgreiches Konzept des bundesdeutschen Kapitals.

Zu b): Erhöhte Binnennachfrage muß in Zeiten fehlender Zollgrenzen zu einem verstärkten Warenzufluß aus dem Ausland führen (so geschehen bei der Abwrackprämie, als viele japanische Kleinwagen erworben wurden) und somit das Überangebot stabilisieren.

Beide Konzepte können also nur kurzzeitige Erfolge erzielen und vergrößern – laut Marx – das Ausmaß der nachfolgenden Krise. Heute, zu Beginn einer Abschwungphase, werden daher interessanterweise auch kaum Maßnahmen nach einem der Modelle gefordert. Die Ware Arbeitskraft ist in der BRD schon spottbillig, so dass für weitere angebotsorientierte Maßnahmen keine Spielräume mehr bestehen, und einer der letzte große Rüstungsaufträge ist in die Niederlande gegangen und wird daher keine Nachfragelücke in der BRD verringern.

Es sieht so aus, als ginge das Kapital ohne Konzept in die nächste Krise.

Initiative Nahverkehr für alle – Kassel soll Modellstadt für kostenlosen Nahverkehr werden!

Pressemitteilung:

Die Initiative „Nahverkehr für Alle“ begrüßt den Vorschlag des kostenlosen Nahverkehrs zur Verbesserung der Luftsituation in deutschen Städten. Dies wirkt sich positiv auf Gesundheit, Klima und die Erweiterung der Mobilität auch von Menschen mit wenig Geld aus.

„Noch vor einem Jahr wurden wir mit unserer Forderung nach einem kostenfreien Nahverkehr von manchen als Idealisten belächelt,“ so Violetta Bock von der Initiative „die berechtigte Drohung der EU sollte zum Anlass genommen werden in den Ausbau des ÖPNV einzusteigen.“

Die Finanzierung auch für die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur muss entsprechend abgesichert werden, damit Modellversuche zum Erfolg führen. Für die Finanzierung sollten die Verursacher, wie Autokonzerne, zur Kasse gebeten werden, statt die Kosten auf alle umzulegen.

Neue beunruhigende Studien von US-Forschern zum exponentiellen Anstieg des Meeresspiegels zeigen, wie dringend es ist umfassende Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Neben dem Kohleausstieg ist die Verkehrswende längst überfällig. Gerade der Autostadt Kassel, stünde es daher gut zu Gesicht auf den kostenlosen Nahverkehr umzusteuern und bereits jetzt die Erweiterung des Netzes entsprechend zu planen.

Laut der Initiative Nahverkehr für Alle, sollte sich Kassel daher ebenfalls als Modellstadt für den kostenlosen Nahverkehr bewerben. Ein guter Testeinstieg für den kostenlosen Nahverkehr könnten die Osterferien sein. Da die umstrittene Liniennetzreform ab dem 25. März umgesetzt wird, könnten sich so alle mit dem neuen Netz vertraut machen. Die Initiative Nahverkehr für alle betrachtet die Diskussion um den kostenlosen Nahverkehr als Erfolg. „Es zeigt, dass es sich lohnt für richtige Anliegen zu kämpfen, selbst wenn sie auf den ersten Blick (scheinbar) unmöglich scheinen.“

Initiative Nahverkehr für alle

0171/7256110
c/o Rothe Ecke, Naumburgerstr. 20a, 34127 Kassel
Nahverkehr ausbauen, nicht teuer sondern günstiger!
https://www.facebook.com/NahverkehrfuerAlle/
www.rothe-ecke.de

„Initiative Nahverkehr für alle“ – Niedrigste Erhöhung ist keine Senkung!

Pressemitteilung:

Die Initiative Nahverkehr für alle kritisiert die verbreiteten Jubelmeldungen des NVV zur Fahrpreisentwicklung.  Die Initiative begrüßt die sinkenden Preise im Landkreis, aber hält die Steigerung um 1,5% für die falsche Richtung.

„Die niedrigste Erhöhung seit Jahren ist noch keine Senkung! Es ist eine Frechheit, dass sie schon wieder die Preise erhöhen und dass dann noch als Senkung verkaufen wollen! Wir können uns Einzeltickets für 3,- nicht leisten,“ meint Sigrid Bückert von der Initiative.

Die hohen Preise in Kassel führen zu Ausgrenzung, gerade für Familien und Arbeitslose wird Mobilität immer mehr zu einem Luxusgut. „Angesichts des Klimawandels brauchen wir eine Verkehrswende, und da helfen weder Fahrpreissteigerungen noch die geplanten Einsparungen bei der KVV.“ Die Initiative Nahverkehr für alle steht allen offen, die sich für eine Verkehrswende einsetzen wollen.

Stellungnahme zum ECHO und der Reaktion der Stadt: Schikane durch das Jobcenter?

In der zweiten Ausgabe des Stadtteilblatts ECHO für Rothenditmold konnte sich auch die Rothe Ecke mit einem Artikel vorstellen. Der ECHO zeigt die ganze Breite des Angebots in Rothenditmold: Stadtteilarchiv,  Vorstellung des Erzählcafé im Heilhaus, Bericht über das Stadtteilmanagement… und diesmal eben auch die Rothe Ecke. Für die Stadt war dies nun der Anlass die vorher zugesagte Druckkostenzusage zurückzuziehen, weil in unserem Artikel stand, dass „wir es satt haben auf dem Jobcenter schikaniert zu werden“. Der ECHO hat daraufhin der Stadt geschrieben und diesen Eingriff in die Pressefreiheit kritisiert und auch uns zu einer Stellungnahme aufgefordert. Nicht genug: Am Samstag, den 13.05., beim Flohmarkt in der Engelhardstraße, der zudem ganzseitig auf der Rückseite des ECHO beworben worden ist, wurde sogar untersagt den ECHO zu verteilen.

Wir empfinden den Rückzug der Stadt als Schikane, mit dem versucht wird, Einfluss auf die zukünftige Berichterstattung zu nehmen und unabhängigen Initiativen Steine in den Weg zu legen. In unseren Augen zeigt es auch, wie wenig die Belange der Menschen hier in unserem Stadtteil ernst genommen werden.

Wir dokumentieren hier unsere Stellungnahme und die Extra-Information des ECHO zu dieser Angelegenheit.

Punk Baroque – David Rovics

Wir sind froh, dass wir es dieses Jahr geschafft haben David Rovic wieder nach Kassel zu locken.
„Ich bin einfach ein Songwriter in der langen Tradition des Liedschreibens über das, was aktuell passiert. Ich reise viel und werde daher durch persönliche Geschichten aus unterschiedlichen Orten inspiriert. Wenn Menschen den Status quo in Frage stellen, dann ist das immer noch der am meisten dynamische Stoff, über den man schreiben kann. Ich schreibe auch Songs über historische soziale Bewegungen, wie die der 1930er und 1960er Jahre. Und darüber, was sie für Auswirkungen auf die Gegenwart hatten, egal, ob sie ihre Ziele erreicht haben oder nicht.“
Mehr bleibt fast nicht zu sagen und wir freuen uns auf das Konzert!

Eintritt gegen Spende für den Künstler.

https://www.facebook.com/events/395316844161424

Kundgebung 5. Mai: Wir wollen rein – ins Leben!

Am 5. Mai, dem „Europäischen Protesttag der behinderten Menschen“ stellen Betroffene seit 25 Jahren ihre Lebenssituation in der Öffentlichkeit dar und weisen auf ihre Bedürfnisse hin. Denn ihr Leben wird immer noch von Barrieren eingeschränkt, die abgebaut werden könnten – auch in Kassel.

In Kassel hat die KVG sogar neue unsichtbare Barrieren aufgebaut, indem sie die Mitnahme von E-Scootern und Rollstühlen durch veränderte Sicherheitsrichtlinien begrenzt hat. Und sie hat eine Liniennetzreform auf Drängen der in Kassel regierenden Parteien vorgelegt, die Einsparungen bringen soll durch die Ausdünnung des Angebots.

Doch schon heute erleben immer wieder Rollstuhlfahrer, Menschen mit Hilfsmitteln und Eltern mit Kinderwagen, dass sie draußen stehen gelassen werden, denn „Hier ist kein Platz mehr – Du kommst hier nicht rein!“ Darauf antworten wir:

WIR WOLLEN REIN – INS LEBEN!
IN DIE TRAMS! IN DIE BUSSE!
NAHVERKEHR AUSBAUEN STATT ABBAUEN!
GÜNSTIGER FAHREN – PREISE SENKEN!

Immer mehr Bürger in der Region Kassel nutzen den Öffentlichen Nahverkehr. Mobilität muss ein Recht für jeden werden, egal ob Rollifahrer, Familie mit Kind oder mit geringem Einkommen. Es gibt viele gute Gründe, am 5. Mai gemeinsam für gleiche Rechte einzutreten. Denn alle Bürger brauchen:

*barrierefreien und bedarfsgerechten Nahverkehr
*barrierefrei zugängliche und bezahlbare Wohnungen
*barrierefreien Zugang zu öffentlichen Räumen wie Geschäfte, Gaststätten und Arztpraxen
*Zugang zu Ausbildung und Arbeit
*gerechte Entlohnung und keine Almosen in Behindertenwerkstätten

Dieses Jahr stellen wir den Öffentlichen Personennahverkehr in den Mittelpunkt, denn ohne Mobilität ist alles nichts. Deshalb: Kommt alle!

Veranstalter: fab e.V., Initiative Nahverkehr für alle

Mehr Infos: https://www.facebook.com/NahverkehrfuerAlle/

Bildungsreihe: Die Welt verstehen – die Welt verändern

Ab dem 11ten Mai jeden Donnerstag um 19 Uhr, in der Rothen Ecke

Wir leben in unruhigen aber entscheidenden Zeiten.

Ab dem Mitte Mai – immer Donnerstags (außer an Feiertagen/ in den Ferien-& in der Urlaubszeit) – bieten wir eine Bildungsreihe an, in der es immer im Wechsel darum geht die Welt zu verstehen, Orientierung zu finden, Ursachen zu verstehen.

Und darum geht die Welt zu verändern, praktisches Handwerkszeug um jetzt aktiv zu werden statt zuzusehen bei Krieg, Flucht, Armut und Klimawandel. Weitere Infos folgen …